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Cornelia Djurich
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Hochsensibilität

   

Hochsensibilität - Stärke und Schwäche

Das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse kennen wir vielleicht noch, sie war ganz grün und blau nachdem sie eine Nacht auf einem dicken Matratzenstapel geschlafen hatte, unter dem eine Erbse versteckt war. Der Prinz, der für den Test verantwortlich war, war der Meinung, nur eine echte Prinzessin könne eine so empfindliche Wahrnehmung haben, und die Erbse spüren.

In unserem Land, mit seiner preußischen Vergangenheit, wo Werte wie Härte, Stärke, eiserne Disziplin u.ä. gefördert wurden, kann Hochsensibilität oder »Überempfindlichkeit« leicht mit Weichheit oder zimperlichem Verhalten gleichgesetzt werden, oder als Entschuldigung nicht voll im Leben zu stehen. Ein hochsensibler Mensch kann jedoch auch tapfer, mutig und stark sein. Es gibt Unternehmer, Sportler und Künstler, die vielleicht sogar aufgrund ihrer hohen Sensibilität erfolgreich sind.

Nach Angaben der US-Amerikanerin Elaine N. Aron, die das Thema »Hochsensible Personen« seit 1996 wissenschaftlich aufgearbeitet hat, tragen etwa 15–20% der Bevölkerung diesen Charakterzug: »Das sind zu viele, um Hochsensibilität für eine Störung zu halten, aber nicht genug, um von der Umgebung gut verstanden zu werden«. Die Entdeckung, dass es anderen ähnlich ergeht, wird von den Betroffenen meist mit großer Erleichterung aufgenommen.

Wissenschaftlicher Hintergrund 
Dr. Aron unterstützt ihre These der angeborenen Hochsensibilität durch neurologische Untersuchungen, in welchen Probanden während einer Magnetresonanztomographie (MRT/MRI) optischen Vergleichstests unterzogen wurden: Dabei wiesen die hochsensiblen Probanden gegenüber den nicht hochsensiblen schon bei geringen Veränderungen eine signifikant höhere Aktivierung von Hirnregionen für optische Verarbeitung höherer Ordnung auf, ebenso wurde das rechte Kleinhirn stärker stimuliert.

Hirnforscher am Uniklinikum Aachen fanden heraus, dass die Hirnregionen, die Reize dämpfen sollen, statt sie weiterzuleiten bei hochsensitiven Personen (HSP) weniger aktiv sind. Der Thalamus, das »Tor zum Bewusstsein« stufe mehr Reize als »wichtig« ein, die somit in größerer Menge das Bewusstsein erreichen. Nach Aron gibt es organische Hinweise, die als thalamische Aktivität gedeutet werden können: erhöhter Cortisolspiegel, stärkere Empfindlichkeit gegenüber Schlafmangel, Koffein, Hunger- und Durstgefühlen. Wenn also weniger Sinneseindrücke aus der Wahrnehmung herausgefiltert werden, das heißt mehr Signale ankommen und verarbeitet werden müssen, kann das in unserer »reizvollen« Zeit auch nachteilig sein. Die ausgeprägte Wahrnehmung hochsensibler Menschen kann also gleichzeitig Stärke und Schwäche sein.

Iwan Pawlow, ein bekannter russischer Physiologe, der u. a. für seine Entdeckung des bedingten Reflexes (Pawlow‘scher Hund) 1904 den Nobelpreis erhielt, beschäftigte sich auch mit der Empfindsamkeit der Menschen. Auf der Suche nach objektiver Messbarkeit der Empfindlichkeit fand Pawlow, dass es ein markanter Punkt ist, wie schnell ein Mensch bei Überstimulation »dicht macht«. Diesen Punkt nannte er »transmarginale Hemmung«. Pawlow benutzte für seine Experimente die intensive Beschallung der Versuchspersonen, oder anders ausgedrückt, er setzte sie intensivem Lärm aus. Überschreitet die Anzahl der Dezibel eine bestimmte Höhe, gehen derart gequälte Menschen fast reflexartig in eine zusammengekrümmte Schutzstellung mit den Händen über den Ohren und dem Kopf zwischen den Knien und werden bei weiterer Steigerung des Lärms bewusstlos. Wie zu erwarten war, gibt es Menschen, die weniger und solche, die mehr aushalten. Aber was Pawlow verblüffte, war die Tatsache, dass es in Sachen Empfindlichkeit zwei deutlich unterscheidbare Gruppen von Menschen gibt: 15–20% erreichten den Punkt transmarginaler Hemmung sehr schnell – und dann kam lange nichts mehr, bevor schließlich die weniger Sensiblen einer nach dem anderen anfingen, dichtzumachen. Das Nervensystem jener Gruppe, die den Punkt des Zusammenbruchs am schnellsten erreicht, unterscheidet sich nach Ansicht des Forschers grundlegend von dem der anderen Gruppe. Er begründete das vor allem damit, dass es keinen fließenden Übergang zwischen beiden Gruppen gab. Zudem fand er bei den empfindlichen Menschen eine Reihe von Gemeinsamkeiten, auf die ich später noch eingehen werde.

Derzeit laufen an der Harvard Universität noch immer zwei große Langzeitstudien, die Jerome Kagan, 1979 und 1989 initiiert hat. Die erste begann mit 400 Kleinkindern, die rund zwei Jahre alt waren, die zweite mit rund 500 Säuglingen in der 17. Lebenswoche. Der Psychologe beschreibt diese Gemeinsamkeiten, als er Säuglinge verschiedenen Reizen aussetzte und deren Reaktionen testete: 20% reagierten deutlich stärker auf alle Eindrücke, er spricht von der »hochreaktiven« Persönlichkeit, die Ähnlichkeit der Beschreibungen mit denen der hochsensiblen Persönlichkeit ist nicht zu übersehen!

Zwei ähnliche Langzeitstudien leitet der Psychologe Nathan Fox, 62, an der University of Maryland in College Park. Seine Probanden sind mittlerweile 18 und sieben Jahre alt. Im Kern kommen beide Forschungsteams zum gleichen Ergebnis: 15–20% aller Babys reagieren bereits im Alter von vier Monaten empfindlich auf fremde Gegenstände, Personen und Situationen – sie weinen, zappeln mit Armen und Beinen und drücken den Rücken durch. Aus diesen Babys, werden nach Kagan später tendenziell ängstlichere Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die verletzlicher sind bei Stress, Schicksalsschlägen und Traumata.

Empfinden und Erleben der HSP
Die Reize werden tiefer, intensiver und detaillierter wahrgenommen und gespeichert. Oft wird diese Eigenschaft mit bloßer Nervosität und Empfindlichkeit verwechselt, jedoch fehlt hier die erhöhte Bandbreite der Wahrnehmung. Die bloße Empfindlichkeit und Reizbarkeit ist also kein Kriterium für Hochsensibilität. Einige Anzeichen der Hochsensibilität können sein:

  • ausgeprägte subtile Wahrnehmung (viel-schichtige Fantasie und Gedankengänge)
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • hohe Begeisterungsfähigkeit, sehr vielseitige Interessen
  • sehr ausgeprägtes Langzeitgedächtnis
  • psychosoziale Feinwahrnehmung (Befindlichkeiten, Stimmungen etc. anderer Menschen werden deutlich wahrgenommen) 
  • ausgeprägte Intuition
  • intensives Erleben von Emotionen, Kunst und Musik
  • Denken in größeren Zusammenhängen, Harmoniebedürfnis, Altruismus, Gerechtigkeitssinn, Gewissenhaftigkeit bis zum Perfektionismus 

Die Tests zum Thema stecken leider noch in den Kinderschuhen, können aber Anhaltspunkte geben.

HSP und Naturheilkunde 
Es spricht für sich, dass wir in der Naturheilkunde einige Diagnosemöglichkeiten für Hochsensibilität haben. In dem Buch »Irisdiagnose« von Rehwinkel und Wenske lesen wir bei den Iris-Konstitutionen: »Der neurogene Typ zeigt als Charakteristikum ein straffes, fein gegliedertes Irisstroma und meistens eine Großpupille«. Unter Erkrankungstendenz lesen wir: »Reizbarkeit und Schwäche des zentralen Nervensystems – diese Menschen überfordern sich.«

Werner Theegarten schreibt in seiner »Einführung in die Augendiagnose«, dass ein schneller Wechsel zwischen Enge und Weite der Pupille (Hippus) auch beim »Übernervösen« zu finden sei. Auch der rötlich-bräunliche Saum der Pupille fände sich hier (Neurasthenikerring nach 
Schnabel, Hysterikerring nach Thiel). Rehwinkel und Wenske beschreiben den Astheniker- oder Neurasthenikerring bei »empfindsamen Menschen, bei denen Anstrengungen bald zur Ermüdung, Erschöpfung führen«. In der Antlitzdiagnostik finden wir die fehlenden Nasolabialfalten als Zeichen erhöhter Sensibilität. Viele HSP nehmen körperliche Störungen schon in einem Stadium wahr, wo sie von den üblichen Diagnosemethoden der Schulmedizin noch nicht feststellbar sind, obwohl für die Betroffenen schon ein spürbarer Leidensdruck besteht. Manchmal führt das zum Vorwurf der Hypochondrie. Hochsensible besitzen eine – die Diagnostik und Behandlung erschwerende – Überempfindlichkeit gegenüber Schmerzen, eine stärkere Reaktion auf Medikation (evtl. starke Nebenwirkungen), einen eher schwankenden Blutzuckerspiegel, sowie ansonsten unerklärbare psychosomatische Symptome.

Georg Parlow schreibt in seinem Buch »Zart besaitet« die meisten Hochsensiblen sprächen ausgezeichnet auf alternative Heilmethoden an. Er schließt, dass nicht nur ihr Nervensystem, sondern der gesamte Stoffwechsel besser auf sanfte Mittel reagiere. Seiner Meinung nach seien 90% der Alternativmediziner selbst hochsensibel.

Ein junger Mann, den ich u. a. wegen Obstipation behandelte, bekam nach 4 Tbl. Natrium sulf. D6 Durchfall, 1-2 Tbl. vertrug er gut. Es gab keine Milchzuckerallergie oder –unverträglichkeit! Er fragte mich auch, ob ich es denn als psychisch bedenklich ansehen würde, wenn er keine Lust habe auf das Gerangel und Machogehabe seiner gleichaltrigen Freunde – das zeigt unter welchen Druck ein Mensch kommen kann, wenn er sich nicht seiner höheren Sensibilität bewusst ist. 
Eine 45-jährige Patientin erzählte, wie sie teilweise unter Tränen das empfohlene Buch von Parlow gelesen habe und ihr jetzt endlich klar sei, warum sie manchmal anders reagiere als die »Normalen«. Für ihre Selbstachtung war das ein großer Schritt nach vorn, eine echte Erleichterung.


»Der Kern des Glücks: Der sein zu wollen, 
der du bist« (Erasmus von Rotterdam).

 

Verfasserin Cornelia Djurich


Literatur:
- Aron E. The Highly Sensitive Person

- How to Thrive when the World Overwhelms you. Verlag: Harpercollins UK, Auflage 1999

- Parlow G. Zart besaitet. Verlag: Festland, Wien; 2. veränd. Aufl. 2006

- de.wikipedia.org: Hochsensibilität

 

 

 
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